Auswahl exklusiver Nischenparfums und Luxusparfums verschiedener Marken

Parfum richtig testen – riechst du selbst oder das, was man dir erzählt?

Parfum richtig testen bedeutet für mich vor allem, einem Duft möglichst unvoreingenommen zu begegnen. Ich werde oft gefragt: „Wie findest du diesen Duft?“, „Ist er schön?“ oder ganz einfach: „Wie riecht er eigentlich?“ Und genau bei solchen Fragen antworte ich meistens sehr vorsichtig. Nicht, weil ich keine Meinung habe – natürlich habe ich sie. Aber ich möchte sie dir nicht vorwegnehmen.

Denn sobald ich einen Duft als besonders schön, elegant, süss, sexy oder vielleicht sogar schwierig beschreibe, entsteht bereits ein Bild im Kopf. Und genau dieses Bild kann beeinflussen, wie du den Duft später selbst wahrnimmst. Mir ist deshalb viel wichtiger, dass du einem Parfum möglichst offen begegnest und dir dein eigenes Urteil bildest. Denn was ich in einem Duft wahrnehme, muss nicht das Gleiche sein, was du darin riechst – und genau das macht Parfum für mich so spannend.

Parfum richtig testen beginnt vor dem ersten Sprühen

Oft beginnt unsere Meinung über ein Parfum nämlich schon lange bevor wir es überhaupt auf der Haut haben. Vielleicht hast du mehrere Reels darüber gesehen, einen begeisterten Blogartikel gelesen oder gehört, wie ein Parfumberater den Duft als aussergewöhnlich, sinnlich oder unglaublich elegant beschreibt. Ganz automatisch entsteht eine Erwartung.

Und genau deshalb können selbst ungewöhnliche oder auf den ersten Blick eher schwierige Düfte plötzlich unsere Neugier wecken. Wenn wir immer wieder hören, wie faszinierend, besonders oder emotional ein Parfum sein soll, möchten wir irgendwann selbst verstehen, was andere darin entdecken. Manchmal gefällt uns der Duft tatsächlich – manchmal beginnen wir aber auch, ihn durch die Augen beziehungsweise durch die Nase anderer wahrzunehmen.

Denn mit einem Parfum verbinden wir nicht nur einen Geruch. Wir verbinden damit auch die Bilder, Geschichten und Emotionen, die wir vorher darüber gehört oder gelesen haben. Influencer, Artikel, Bewertungen oder die Beschreibung eines Verkäufers können deshalb bereits eine Art Rahmen schaffen, noch bevor wir selbst entschieden haben, was wir eigentlich riechen.

Dass dieser Effekt nicht nur Einbildung ist, zeigt auch ein spannendes Experiment zur Wahrnehmung von Gerüchen.

Warum zwei Menschen denselben Duft völlig anders wahrnehmen

Ein Parfum kann bei zwei Menschen vollkommen unterschiedliche Bilder auslösen. Für den einen erinnert eine bestimmte Note an Sommerferien, für den anderen an einen alten Kleiderschrank. Jemand verbindet Vanille mit Wärme und Geborgenheit, während sie für jemand anderen schnell zu süss oder sogar anstrengend wirkt.

Mehr dazu: Warum Parfüm auf jeder Haut anders riecht – und welche Rolle die Hautchemie dabei spielt.

Burger King Japan sorgte 2015 mit einem ziemlich ungewöhnlichen Duft für Aufsehen: „Flame Grilled Fragrance“ sollte tatsächlich den charakteristischen Geruch eines über offener Flamme gegrillten Burger-Pattys einfangen. 🍔🔥

Der Duft erschien am 1. April 2015 im Rahmen einer augenzwinkernden Aktion in Japan – war aber keineswegs nur ein Aprilscherz. Das Parfum wurde tatsächlich verkauft: streng limitiert auf 1.000 Exemplare, zusammen mit einem Whopper und für 5.000 Yen (damals etwa 42 US-Dollar).

Ein Parfum, das nicht nach Rose, Oud oder Vanille duftet, sondern nach frisch gegrilltem Burger? Definitiv eine der kurioseren Geschichten der Parfumwelt.
Burger King Japan sorgte 2015 mit einem ziemlich ungewöhnlichen Duft für Aufsehen: „Flame Grilled Fragrance“ sollte tatsächlich den charakteristischen Geruch eines über offener Flamme gegrillten Burger-Pattys einfangen. 🍔🔥
Foto: REUTERS/Toru Hanai

Ein gutes Beispiel dafür ist Baccarat Rouge 540. Manche Menschen riechen darin gebrannten Zucker, süsse Bonbons oder etwas fast Karamelliges. Andere denken bei demselben Duft sofort an eine Zahnarztpraxis oder etwas Medizinisches.

Ähnlich ist es mit Patchouli. Für die einen riecht es erdig, feucht oder sogar nach Keller. Andere nehmen darin Kräuter, Holz, Wärme oder eine dunkle, natürliche Tiefe wahr. Auch Moschus kann völlig unterschiedlich wirken: Für die einen riecht er nach sauberer Haut oder frisch gewaschener Wäsche, für andere deutlich körperlicher, animalischer oder sogar leicht metallisch.

Bei schwarzer Johannisbeere ist es ähnlich. Manche riechen eine saftige, grüne Fruchtigkeit, andere nehmen eher eine scharfe, schweflige oder fast „katzenartige“ Note wahr. Jasmin wiederum kann cremig und sinnlich wirken – oder sehr schwer, animalisch und indolisch.

Du willst solche Duftbegriffe besser verstehen? Dann findest du hier eine einfache Erklärung zu indolisch, laktisch, petrichor & Co.

Und vielleicht ist genau das eines der schönsten Dinge an Parfum: Derselbe Duft erzählt nicht jedem Menschen dieselbe Geschichte.

Einen Duft auf der eigenen Haut kennenlernen

Genau deshalb finde ich Duftproben so praktisch. Wenn du Parfum richtig testen möchtest, solltest du einem Duft vor allem Zeit auf deiner eigenen Haut geben – und ihn nicht nur für ein paar Minuten auf einem Papierstreifen riechen.

Du kannst beobachten, wie sich das Parfum über mehrere Stunden entwickelt, wie es zu dir passt und ob du es auch nach dem ersten Eindruck noch gerne riechst. Manchmal begeistert ein Duft sofort, manchmal braucht er etwas Zeit – und manchmal merkt man genauso klar, dass er einfach nicht zu einem passt.

Am Ende geht es genau darum: nicht darum, welcher Duft gerade gehypt wird oder anderen gefällt, sondern darum, welchen Duft du selbst gerne tragen möchtest.

Wenn du verschiedene Düfte in Ruhe ausprobieren möchtest, findest du auf nischenduft.ch eine Auswahl an Duftproben und Abfüllungen, mit denen du dir ganz ohne Druck dein eigenes Bild machen kannst.

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